Geschichte

Ein Rundgang durch die Geschichte der heutigen Gemeinde Sevnica zeigt uns, dass die ausgedehnte Landschaft entlang des linken und rechten Saveufers schon seit der Antike bewohnt ist. Dieses Gebiet war einst die Heimat der Illyrer und Kelten und kam später unter die Herrschaft des Römischen Reiches. Die archäologische Fundstätte Ajdovski Gradec, die früher eine frühchristliche Siedlung war, zeugt von den turbulenten Zeiten der Völkerwanderung.

Sevnica wurde erstmals 1256 unter dem Namen Lichtenwald erwähnt, als das Gebiet noch zur Erzdiözese Salzburg gehörte. Nach einer kurzen Zeit unter ungarischer Herrschaft wurde diese Region bis zum Ende des Ersten Weltkriegs von der Habsburgermonarchie regiert.

Sevnica wurde weder von Türkeneinfällen noch von Bauernaufständen verschont. Deshalb wurde im 16. Jahrhundert die Burg von Sevnica, unter der sich die Stadt zu entwickeln begann, befestigt. Der Marktplatz brannte mehrmals ab und die Stadt wurde von der Pest heimgesucht. Die Pestsäule und die Kirche St. Rochus auf einem Hügel über der Stadt erinnern an diese Zeit.

Sevnica erhielt 1322 das Marktrecht, 1513 das Recht, Messen zu organisieren, und 1783 das Recht, Jahrmärkte zu halten. Ein Militärstützpunkt in Sevnica wurde erstmals 1292 erwähnt, während eine mittelalterliche Burg in schriftlichen Quellen erst 1309 zum ersten Mal erwähnt wurde. Die Burg ist ein stiller Zeuge der Zeit zwischen der Renaissance und dem Barock. Unterhalb der Burg befindet sich der Luther-Keller aus dem 16. Jahrhundert, der zu den schönsten Denkmälern der Renaissance in Slowenien gehört. In diesem Gebäude soll Jurij Dalmatin, bekannt als der erste Übersetzer der Bibel ins Slowenische, die Lehre Martin Luthers gelehrt haben.

Das älteste Gebäude auf dem Hauptplatz von Sevnica ist das untere Schloss, das 1613 erbaut wurde. Zusammen mit der neuromanischen Pfarrkirche St. Nikolaus, der Kirche St. Florian aus dem Jahr 1443 und der Statue von St. Martin aus dem 17. Jahrhundert bildet sie den ältesten Teil der Stadt.

Im 19. Jahrhundert war in Sevnica die slowenische Nationalbewegung stark präsent. Im Jahr 1866 wurde hier die erste Lesegesellschaft von Posavje gegründet. Danach wurde 1869 eine Versammlung abgehalten, auf der bewusste Slowenen das politische Programm eines Vereinten Sloweniens forderten.

Als 1862 eine Eisenbahn durch Sevnica gebaut wurde, begann sich der neue Teil der Stadt außerhalb des Marktbereichs, in der Nähe des Bahnhofs, zu entwickeln. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgte eine schnellere Entwicklung der Industrie und Sevnica wurde in der Zwischenkriegszeit zur meist entwickelten Stadt der Region Posavje, dicht gefolgt von Krmelj mit seinem Kohlebergwerk. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet zwangsweise in Hitlers Migrationsprogramm einbezogen, was eine tiefe und schmerzhafte Narbe im kollektiven Gedächtnis der örtlichen Bevölkerung hinterließ.

Im Jahr 1952 wurde Sevnica als Stadt erklärt. Die Stadt mit etwa 5.000 Einwohnern ist das industrielle, handwerkliche, kommerzielle, kulturelle und administrative Zentrum der Gemeinde Sevnica und ihres weiten Hinterlandes. Die Region wird von der Holz-, Metall-, Chemie- und Textilindustrie dominiert. Aber auch Kleinbauern, Obstbau, Weinbau, Ackerbau und Viehzucht sind in diesem Gebiet stark vertreten. Der größte Teil der Gemeinde besteht aus einer malerischen Landschaft mit Wiesen, angebauten Feldern, Weinbergen, Hügeln und Bergen, auf denen Kirchen wie einsame Wächter stehen. Das Gebiet wurde von der Natur mit zwei einheimischen Blumenarten beschenkt: mit Azaleen und Enzianen, die im Mai ihre wahre Schönheit offenbaren.

Das gesamte Gebiet der Gemeinde Sevnica bietet unzählige Möglichkeiten für Ausflüge, Picknicks in der Natur, fürs Wandern, Radfahren und Angeln.